
Zündkerzenschlüssel 21 mm
Rohrschlüssel mit Griff für Kerzen mit 21-mm-Sechskant
Datenblatt ansehen →Anleitung · zündkerzenschlüssel
Die Zündkerze ist das billigste Diagnosewerkzeug am Zweitakter. Ihr Aussehen sagt dir, ob Gemisch und Wärmewert stimmen, ob der Motor Öl zieht oder zu mager läuft. Der Wechsel dauert fünf Minuten, wenn du den passenden Zündkerzenschlüssel hast und die Anzugsregel kennst.
Dieser Ratgeber erklärt den Unterschied zwischen 21 mm und 16 mm Sechskant, das Prinzip des Wärmewerts, das richtige Anziehen ohne Drehmomentschlüssel und wie du ein Kerzenbild liest. Dazu kommt die Pflege der Elektroden mit Messingbürste und Fühlerlehre.
Zündkerzen gibt es mit zwei Sechskantgrößen, die am Moped und Motorrad vorkommen. Kerzen mit M14-Gewinde haben in der klassischen Bauform einen Sechskant von 21 mm, wie er an Zündapp, Kreidler, Hercules, Puch und Simson üblich ist. Moderne M14-Kerzen mit schlankem Isolator und M12-Kerzen haben meist 16 mm. Kerzen mit 18 mm Gewinde, wie sie an sehr alten Motoren sitzen, haben noch größere Sechskante.
Der Zündkerzenschlüssel 21 mm ist ein Rohrschlüssel mit Knebel. Das Rohr führt die Kerze beim Herausdrehen sauber aus dem tiefen Kerzenschacht und hält sie fest. Eine normale Nuss ist oft zu kurz oder zu dick für den Schacht zwischen den Kühlrippen. Für 16-mm-Kerzen brauchst du einen entsprechend kleineren Schlüssel. Miss im Zweifel den Sechskant deiner Kerze mit dem Messschieber.
Wichtig ist, dass der Schlüssel den Sechskant vollständig umfasst. Ein zu großer Schlüssel rundet die Kanten ab, und die Kerze sitzt dann fest im Zylinderkopf.
Der Wärmewert beschreibt, wie schnell eine Kerze die Wärme vom Isolatorfuß in den Zylinderkopf abführt. Eine kalte Kerze hat einen kurzen Isolatorfuß und leitet Wärme schnell ab. Sie eignet sich für heiße, hoch belastete Motoren. Eine warme Kerze hat einen langen Isolatorfuß, hält die Wärme länger und brennt sich bei niedriger Last besser frei.
Der Isolatorfuß soll im Betrieb eine Temperatur erreichen, bei der sich Ablagerungen von selbst abbrennen, aber nicht so heiß werden, dass er das Gemisch von selbst entzündet. Zu kalt: Die Kerze verrußt. Zu warm: Glühzündungen und im schlimmsten Fall ein Loch im Kolben.
Die Hersteller geben den Wärmewert als Zahl im Kerzentyp an, wobei die Skalen je nach Marke in unterschiedliche Richtungen laufen. Welche Kerze in deinen Motor gehört, steht im Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs. Bei einem getunten Motor mit mehr Verdichtung kann eine Stufe kälter sinnvoll sein. Das prüfst du am Kerzenbild.
Dreh die Kerze nur am kalten oder handwarmen Motor heraus. Ein Aluminiumzylinderkopf dehnt sich bei Hitze stärker als der Stahlkörper der Kerze. Im heißen Zustand kann das Gewinde beim Herausdrehen Schaden nehmen.
Zieh den Kerzenstecker gerade ab, nicht am Kabel ziehen. Blas oder bürste den Schmutz um die Kerze weg. Alles, was jetzt dort liegt, fällt sonst beim Herausdrehen in den Brennraum.
Setz den Zündkerzenschlüssel ganz auf den Sechskant und dreh gegen den Uhrzeigersinn. Geht es schwer, ein paar Tropfen Kriechöl auf das Gewinde geben und warten. Nie mit Gewalt, das Gewinde im Alukopf ist empfindlich.
Schau dir Isolatorfuß und Elektroden sofort an, solange sie noch das Bild der letzten Fahrt zeigen. Wie du das Bild deutest, steht im nächsten Abschnitt.
Sieh in den Kerzenschacht. Die Dichtfläche muss sauber und eben sein. Reste einer alten Dichtscheibe oder Ruß auf der Fläche verhindern, dass die Kerze dicht sitzt und Wärme abführt.
Prüfe den Abstand der neuen Kerze mit der Fühlerlehre. Der Sollwert steht im Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs. Zum Verstellen biegst du nur die Masseelektrode, nie die Mittelelektrode.
Dreh die Kerze mit den Fingern oder mit dem Schlüssel ohne Knebel ein, bis die Dichtscheibe aufsitzt. Hakt es nach einer Umdrehung, ist die Kerze verkantet. Zurückdrehen und neu ansetzen.
Jetzt den Knebel aufstecken und nach der Anzugsregel im übernächsten Abschnitt festziehen. Kerzenstecker aufstecken, bis er hörbar einrastet.
Das Kerzenbild zeigt den Zustand des Motors unter der Last, mit der er zuletzt gelaufen ist. Für ein aussagekräftiges Bild fährst du ein paar Kilometer im oberen Drehzahlbereich, ziehst die Kupplung, stellst den Motor mit dem Killschalter ab und rollst aus. Dann sofort die Kerze herausdrehen.
| Kerzenbild | Bedeutung | Mögliche Ursache |
|---|---|---|
| Rehbraun bis graubraun, trocken | Alles in Ordnung | Gemisch, Wärmewert und Zündung passen |
| Schwarz, trocken, samtig | Zu fett | Luftfilter verstopft, Düse zu groß, Choke offen, Kerze zu kalt |
| Schwarz, nass, ölig | Öl im Brennraum | Zu viel Zweitaktöl, defekter Wellendichtring, Kerze zu kalt für Kurzstrecke |
| Weiß bis hellgrau, Elektroden angefressen | Zu mager oder zu heiß | Falschluft, Düse zu klein, Kerze zu warm, Zündung zu früh |
| Glasige, glänzende Ablagerungen | Überhitzung mit Verglasung | Kerze zu warm, Motor überlastet |
| Isolator gerissen oder Elektrode geschmolzen | Glühzündung oder Klopfen | Zündung zu früh, Wärmewert falsch, Kerze mechanisch beschädigt |
Ein weißes Kerzenbild ist ein Warnsignal. Ein zu mageres Gemisch überhitzt den Kolben und führt zum Kolbenfresser. Fahr nicht weiter, bis du die Ursache gefunden hast: Falschluft am Ansaugstutzen, Wellendichtring, Bedüsung oder Zündzeitpunkt.
Ein leicht nasses Bild direkt nach dem Kaltstart ist normal. Entscheidend ist das Bild nach einer Fahrt unter Last. Bei einem Zweitakter mit Gemischschmierung ist die Kerze außerdem nie so sauber wie beim Viertakter. Ein dünner, gleichmäßiger Belag ist kein Fehler.
Für das Anziehen der Zündkerze brauchst du keinen Drehmomentschlüssel, wenn du die Regel der Kerzenhersteller anwendest. Sie gilt für Kerzen mit flacher Dichtfläche und Dichtscheibe, wie sie an fast allen Mopedmotoren sitzen:
Zu lose angezogene Kerzen führen die Wärme schlecht ab und überhitzen. Zu fest angezogene Kerzen dehnen das Gewinde im Alukopf oder reißen den Kerzenkörper ab. Wenn du mit Drehmomentschlüssel arbeiten willst, findest du die Herstellerangaben je Gewindegröße in der Anzugsmomente-Tabelle. Was hinter dem Wert steckt, erklärt der Beitrag Anzugsmoment verstehen.
Ein Hauch Kupferpaste oder Keramikpaste auf dem Kerzengewinde verhindert Festfressen im Alukopf. Nur das Gewinde bestreichen, nicht die Dichtfläche und nicht die Elektroden. Mit Paste zieht sich die Kerze leichter, halte dich also strikt an die Teilumdrehung.
Eine verrußte, aber sonst intakte Kerze kannst du reinigen. Nimm eine Messingbürste, keine Stahlbürste. Messing ist weicher als die Elektroden und der Isolator und hinterlässt keine leitenden Metallspuren. Bürste den Isolatorfuß und die Elektroden, bis der Ruß weg ist. Danach mit Bremsenreiniger ausspülen und trocken blasen.
Danach prüfst du den Elektrodenabstand mit der Fühlerlehre. Das passende Blatt muss sich mit leichtem Widerstand zwischen Mittel- und Masseelektrode schieben lassen. Ist der Spalt zu groß, klopfst du die Masseelektrode vorsichtig auf einer harten Unterlage nach. Ist er zu klein, hebst du sie mit einer dünnen Klinge oder dem Blatt der Fühlerlehre etwas an.
Eine Kerze mit abgerundeter Mittelelektrode, deutlich vergrößertem Abstand oder Rissen im Isolator ersetzt du. Reinigen bringt hier nichts mehr: Der Zündfunke braucht scharfe Kanten, um zuverlässig zu springen. Beim Zweitakter mit Gemischschmierung rechnest du ohnehin mit einer kürzeren Kerzenlebensdauer als beim Viertakter.
Eine Kerze, die sich nicht lösen lässt, ist meist durch Korrosion zwischen Stahlgewinde und Aluminiumkopf festgefressen. Lass den Motor komplett abkühlen, gib Kriechöl auf das Gewinde und warte eine Stunde. Dann mit dem Zündkerzenschlüssel in kleinen Bewegungen lösen und wieder etwas anziehen, bis sie sich frei dreht. Ruckartiges Ziehen am Knebel reißt das Gewinde aus dem Kopf.
Ist das Gewinde im Kopf beschädigt, hilft eine Gewindereparatur mit Einsatz. Die Gewindemaße der Kerze findest du in der Gewindetabelle. Welche Werkzeuge du für die Zündung deines Modells sonst noch brauchst, etwa Polradabzieher oder Fühlerlehre für den Unterbrecher, zeigt dir der Werkzeugfinder.
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Datenblatt ansehen →Die meisten klassischen Mopedkerzen mit M14-Gewinde haben einen 21-mm-Sechskant. Moderne Kerzen mit schlankem Isolator haben 16 mm. Miss den Sechskant deiner Kerze, dann bist du sicher.
Von Hand bis zum Aufsitzen, dann bei neuer Dichtscheibe etwa eine halbe Umdrehung, bei gebrauchter Scheibe etwa 1/12 Umdrehung. Ein Drehmomentwert je Gewindegröße steht in unserer Anzugsmomente-Tabelle.
Trocken und samtig schwarz heißt zu fettes Gemisch oder zu kalte Kerze. Nass und ölig heißt Öl im Brennraum, oft zu viel Zweitaktöl oder ein undichter Wellendichtring.
Besser Messing. Stahlborsten kratzen den Isolator und hinterlassen leitende Metallspuren, über die der Funke abwandern kann.
Den Wert laut Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs. Er hängt von Zündanlage und Motor ab. Miss ihn mit der Fühlerlehre und verstelle nur die Masseelektrode.
Bei Gemischschmierung verrußt die Kerze schneller als beim Viertakter. Prüfe sie bei jeder Inspektion und tausche sie, wenn die Mittelelektrode rund ist oder der Abstand deutlich gewachsen ist.