
Kupplungsabzieher Puch Maxi
Gehärteter Druckstift, schont die Getriebewelle
Datenblatt ansehen →Anleitung · kupplung ausbauen
Die Kupplung ist beim Mofa und Moped das Bauteil, an dem sich Anfänger am häufigsten festfahren. Nicht, weil sie kompliziert wäre, sondern weil sie auf einem Konus sitzt und beim Lösen der Mutter mitdreht. Wer dann mit Schraubendreher und Hammer arbeitet, beschädigt Zahnräder, Welle und Kupplungskorb.
Dieser Ratgeber zeigt am Beispiel Puch Maxi und Kreidler Florett, wie du die Kupplung gegenhältst, die Mutter löst, die Nabe mit dem Abzieher vom Konus ziehst und was du vor dem Einbau prüfst.
Die Puch Maxi hat eine Fliehkraftkupplung. Sie sitzt hinter dem Kupplungsdeckel auf einem Konus der Welle und wird mit einer Mutter gehalten. Beim Anfahren drücken Fliehgewichte die Beläge nach außen gegen die Glocke, der Antrieb schließt sich selbst. Für den Ausbau musst du die Mutter lösen und die Nabe vom Konus ziehen.
Die Kreidler Florett und die Flory haben eine handbetätigte Mehrscheibenkupplung im Ölbad. Sie sitzt im Kupplungsdeckel und wird über den Primärtrieb angetrieben. Auch hier hält eine Mutter die Kupplung auf der Welle, und auch hier sitzt die Nabe auf einem Konus. Der Unterschied zur Maxi: Die Kupplung besteht aus einem Paket aus Belag- und Stahlscheiben, das von Federn zusammengedrückt wird.
In beiden Fällen gilt: Die Mutter hält die Kupplung nur in Position. Das Drehmoment überträgt der Konus durch Reibschluss. Ein Konus löst sich nicht durch Ziehen von Hand und nicht durch Hebeln am Rand, sondern nur durch eine zentrische Axialkraft.
Die Kegelflächen von Welle und Nabe sind so geschliffen, dass sie sich unter der Mutter satt verkeilen. Je länger das Fahrzeug läuft, desto fester wird der Sitz. Wer hinter der Kupplung hebelt, kippt die Nabe auf dem Konus. Sie klemmt dann noch fester, und die Hebelkraft geht in die Welle, die dahinterliegenden Lager und das Gehäuse.
Ein Hammerschlag auf das Wellenende staucht das Gewinde und schlägt auf die Lager durch. Bei der Puch Maxi sitzt hinter der Welle das Getriebe, dessen Lager keine Schläge vertragen. Der Kupplungsabzieher Puch Maxi schraubt sich in die Nabe und drückt mit einem gehärteten Druckstift zentrisch auf das Wellenende. Der Stift schont die Welle, weil er die Kraft in der Mitte einleitet und die Zentrierbohrung nicht aufweitet.
Nie mit zwei Schraubendrehern hinter der Kupplung hebeln und nie mit dem Hammer auf das Wellenende schlagen. Die Schäden an Lagern und Gewinde sind von außen nicht sichtbar und zeigen sich erst im Betrieb als Geräusch, Undichtigkeit oder gerissene Mutter.
Beim Lösen der Kupplungsmutter dreht die Kupplung mit. Du brauchst etwas, das sie blockiert. Zwei Wege sind sauber.
Das Kupplungs-Anhaltewerkzeug Kreidler greift in die Kupplung und stützt sich ab, ohne Zähne oder Beläge zu belasten. Es blockiert an Florett, Flory und verwandten Modellen die Kupplung direkt am Bauteil. Die Kraft vom Schlüssel geht in das Werkzeug und nicht in den Primärtrieb.
Das Kolbenholz Kreidler arbeitet auf der anderen Seite des Motors. Ist der Zylinder abgebaut, legst du das Holz zwischen Kolben und Gehäuse und blockierst damit die Kurbelwelle. Das Holz ist so geformt, dass es den Kolben unterhalb der Ringe stützt und die Kolbenringe nicht berührt. Damit lässt sich die Kupplungsmutter auf der Kurbelwelle lösen, ohne dass ein Werkzeug in die Kupplung greift. Es ist die richtige Wahl, wenn ohnehin der Zylinder ab ist, etwa bei einer Motorrevision.
Nicht sauber sind: ein Schraubendreher in den Zähnen des Primärtriebs, ein Lappen zwischen den Zahnrädern oder ein eingelegter Gang. Der Schraubendreher bricht Zahnkanten aus, der Lappen ist unberechenbar, und der Gang leitet das Lösemoment über die Getriebezahnräder.
Deckel abschrauben, Dichtung sichern. Läuft die Kupplung im Ölbad, vorher das Öl ablassen. Deckel und Dichtfläche reinigen.
Die Kupplung mit einem passenden Halter blockieren. Prüfe im Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs, ob die Mutter ein Rechts- oder Linksgewinde hat, bevor du Kraft ansetzt.
Sicherung aufbiegen oder entfernen, Mutter mit einem Ringschlüssel oder einer Nuss lösen. Mutter und Scheibe beiseite legen.
Den Kupplungsabzieher von Hand in das Gewinde der Nabe schrauben, bis er anliegt. Das Gewinde muss über die volle Länge fassen. Prüfe, dass der Druckstift zentrisch auf dem Wellenende steht.
Abzieher gegenhalten und die Spindel gleichmäßig anziehen. Der Konus löst sich mit einem Knack. Löst er sich nicht, Spannung stehen lassen und einen kurzen Schlag auf den Spindelkopf geben.
Abzieher abschrauben, Kupplung von der Welle nehmen. Auf Scheibenfeder oder Passelemente achten und sichern. Konus und Nabe auf Riefen prüfen.
Getriebeöl ablassen, Kupplungsdeckel abschrauben. Der Deckel sitzt auf Passhülsen und muss gerade abgenommen werden. Dichtung prüfen.
Schrauben der Kupplungsfedern über Kreuz in mehreren Runden lösen, damit die Druckplatte nicht verkantet. Federn, Druckplatte und Scheibenpaket in der Reihenfolge ablegen, in der sie herauskommen.
Das Kupplungs-Anhaltewerkzeug in die Kupplung setzen und abstützen. Alternativ bei abgebautem Zylinder das Kolbenholz einlegen und die Kurbelwelle blockieren.
Sicherungsblech aufbiegen, Mutter in der Richtung laut Handbuch lösen. Sicherungsblech ersetzen, nicht wiederverwenden.
Passenden Abzieher laut Werkstatthandbuch in die Nabe schrauben und die Nabe zentrisch vom Konus ziehen. Nie hebeln.
Kupplungskorb auf eingeschlagene Laufspuren der Scheiben prüfen. Tiefe Kerben lassen die Scheiben hängen, die Kupplung trennt dann nicht mehr sauber.
Mit ausgebauter Kupplung prüfst du alle Teile, bevor du wieder zusammenbaust. Die Belagdicke misst du mit dem Messschieber und vergleichst sie mit dem Verschleißmaß laut Werkstatthandbuch. Beläge, die glasig glänzen oder verbrannt riechen, sind fällig, auch wenn das Maß noch passt.
Bei der Mehrscheibenkupplung legst du die Stahlscheiben auf eine plane Fläche und prüfst mit der Fühlerlehre, ob sie verzogen sind. Verzogene Scheiben lassen die Kupplung rupfen und schleifen. Die Federn misst du in der Länge und vergleichst sie untereinander. Eine kürzere Feder ist ermüdet und wird mit dem ganzen Satz ersetzt, nie einzeln.
Bei der Fliehkraftkupplung prüfst du die Glocke innen auf Riefen und blaue Anlassfarben. Die Fliehgewichte müssen sich leicht bewegen lassen und ohne Spiel in ihren Lagerungen sitzen. Ölspuren auf trockenen Belägen deuten auf einen undichten Wellendichtring. Den ersetzt du jetzt, solange die Kupplung ab ist.
Leg die Scheiben der Mehrscheibenkupplung in der Ausbaureihenfolge auf einen Draht oder in eine beschriftete Reihe. Belag- und Stahlscheiben wechseln sich ab, und die erste Scheibe ist bei manchen Kupplungen anders als die übrigen. Ein Foto vor dem Zerlegen erspart die Suche.
Konus und Nabe werden trocken und fettfrei montiert. Reinige beide Flächen mit Bremsenreiniger und prüfe, dass keine Riefen oder Rostnarben den Sitz stören. Setz die Kupplung auf, achte auf Scheibenfeder oder Passelemente und drück sie von Hand auf den Konus.
Die Kupplungsmutter wird mit dem Drehmoment laut Werkstatthandbuch angezogen. Zu wenig, und die Nabe arbeitet auf dem Konus, bis das Gewinde oder die Feder nachgeben. Zu viel, und die Welle wird überlastet. Der Drehmomentrechner rechnet die Einheiten um, die Tabelle der Anzugsmomente nennt Richtwerte für Gewindegrößen. Neues Sicherungsblech einsetzen und Lasche umlegen.
Belagscheiben der Mehrscheibenkupplung vor dem Einbau in frischem Getriebeöl tränken. Federschrauben über Kreuz in mehreren Runden anziehen. Zum Schluss Deckel mit neuer Dichtung montieren, Öl einfüllen und das Kupplungsspiel am Hebel laut Handbuch einstellen. Weitere Werkzeuge für den Antrieb findest du über den Werkzeugfinder, und wie du das Ritzel auf der anderen Seite wechselst, steht im Ratgeber Ritzel wechseln am Moped.
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Gehärteter Druckstift, schont die Getriebewelle
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Blockiert die Kupplung für die Kupplungsmutter an Florett, Flory und Co.
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Kolben und Kurbelwelle beim Zylinderwechsel fixieren, Kolbenringe schonen
Datenblatt ansehen →Nein. Die Nabe sitzt auf einem Konus und hält durch Reibschluss. Hebeln kippt die Nabe und beschädigt Welle und Lager. Der Abzieher drückt zentrisch auf das Wellenende und löst den Sitz ohne Schaden.
An Kreidler mit dem Kupplungs-Anhaltewerkzeug, das direkt in die Kupplung greift. Bei abgebautem Zylinder alternativ mit dem Kolbenholz, das die Kurbelwelle über den Kolben blockiert. Beides hält das Lösemoment vom Getriebe fern.
Das ist je nach Motor verschieden. Prüfe die Drehrichtung im Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs, bevor du Kraft ansetzt. Im falschen Sinn gedreht reißt das Gewinde.
An der Belagdicke unter dem Verschleißmaß laut Handbuch, an glasigen oder verbrannten Oberflächen und an Ölspuren auf Belägen, die trocken laufen sollten. Bei der Mehrscheibenkupplung kommen verzogene Stahlscheiben und ermüdete Federn dazu.
Nein. Konus und Nabe werden trocken und fettfrei montiert, sonst rutscht der Reibschluss und die Nabe arbeitet auf der Welle.