
Montierhebel 270 mm
Reifenmontierhebel aus Stahl mit rotem Kunststoffgriff
Datenblatt ansehen →Anleitung · montierhebel
Ein Reifenwechsel am Mofa, Moped oder Kleinkraftrad ist Handarbeit. Du brauchst keine Montiermaschine, aber zwei ordentliche Montierhebel, einen Ventileindreher und die richtige Reihenfolge. Wer den Wulst nicht ins Tiefbett drückt, kämpft gegen den Reifen und beschädigt am Ende den Schlauch oder die Felge.
Diese Anleitung zeigt dir, wie du den Reifen ohne Gewalt herunterbekommst, den Schlauch sauber einlegst und den neuen Reifen so aufziehst, dass das Ventil gerade steht und nichts eingeklemmt wird. Sie gilt für Speichenräder und Gussräder mit Schlauch, wie sie an Zündapp, Kreidler, Hercules, Puch und Simson üblich sind.
Für den Reifenwechsel brauchst du wenig, aber das Richtige:
Bau das Rad aus und leg es auf eine saubere, weiche Unterlage. Ein altes Stück Teppich oder Karton schützt Nabe und Bremstrommel. Prüfe vor dem Start, ob die Laufrichtung des neuen Reifens auf der Flanke angegeben ist. Ein Pfeil zeigt die Drehrichtung an, dazu steht oft ein Hinweis, ob der Reifen für vorn oder hinten gedacht ist. Welche Reifengröße und welcher Luftdruck zu deinem Fahrzeug gehören, steht im Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs oder auf dem Typenschild.
Leg den neuen Reifen vor der Montage eine Stunde in die Sonne oder neben die Heizung. Warmer Gummi ist deutlich weicher und lässt sich mit weniger Kraft über den Felgenrand ziehen.
Eine Moped-Felge hat in der Mitte eine Vertiefung, das Tiefbett. Außen sitzen die Felgenhörner, an denen der Reifenwulst anliegt. Der Wulst enthält einen Stahldrahtkern und dehnt sich praktisch nicht. Sein Umfang ist kleiner als der Umfang des Felgenhorns.
Der Trick beim Reifenwechsel ist deshalb einfach: Auf der Seite gegenüber vom Montierhebel drückst du den Wulst ins Tiefbett. Dort ist der Felgendurchmesser kleiner, und der Wulst bekommt genug Spiel, um an der Hebelseite über das Horn zu rutschen. Sitzt der Wulst gegenüber auf der Schulter der Felge, fehlt dieses Spiel. Dann brauchst du Gewalt, der Hebel rutscht ab, und der Schlauch oder das Felgenhorn nimmt Schaden.
Diese Regel gilt beim Abziehen und beim Aufziehen. Geht es schwer, sitzt der Wulst gegenüber nicht tief genug. Knie dich auf den Reifen, statt am Hebel mehr Kraft anzusetzen.
Setz den Ventileindreher auf den Ventilkern und dreh ihn ganz heraus. So entweicht die Luft vollständig, und der Schlauch fällt in sich zusammen. Nur die Ventilkappe abzuschrauben reicht nicht. Lös die Ventilmutter an der Felge, falls eine vorhanden ist.
Drück den Reifenwulst auf beiden Seiten vom Felgenhorn weg ins Tiefbett. Bei alten Reifen klebt der Wulst oft fest. Tritt mit dem Absatz rund um den Reifen oder nutze eine Schraubzwinge mit Holzklötzen. Der Wulst muss auf dem ganzen Umfang frei sein.
Beginn auf der Seite gegenüber vom Ventil. Drück den Wulst dort ins Tiefbett, wo du nicht hebelst. Schieb den ersten Montierhebel flach zwischen Wulst und Felgenhorn, greif nur den Wulst und heb ihn über das Horn. Stell den Hebel auf und lehn ihn an die Speichen.
Setz den zweiten Hebel etwa eine Handbreit neben dem ersten an und heb das nächste Stück Wulst über das Horn. Dann den ersten Hebel lösen und wieder eine Handbreit weiter ansetzen. So arbeitest du dich um die Felge. Nach einem Drittel des Umfangs springt der Rest oft von selbst herüber.
Schieb das Ventil durch das Felgenloch nach innen und zieh den Schlauch aus dem Reifen. Prüfe den Schlauch bei der Gelegenheit auf Scheuerstellen und Risse am Ventilfuß.
Stell das Rad hochkant. Drück die schon freie Reifenseite ins Tiefbett und heb die zweite Seite mit einem Hebel über das Horn. Der Reifen ist dann komplett von der Felge.
Bevor der neue Reifen aufgeht, lohnt ein Blick in die Felge. Das Felgenband deckt die Speichennippel ab. Ist es spröde, verrutscht oder hat es Löcher, ersetzt du es. Ein Speichennippel, der frei liegt, scheuert den Schlauch innerhalb weniger hundert Kilometer durch.
Fahr mit dem Finger über das Felgenbett. Rost, Grate und überstehende Speichenenden musst du entfernen, bevor der Schlauch hineinkommt. Speichen, die durch den Nippel ragen, feilst du bündig ab. Bei Gussrädern kontrollierst du das Felgenhorn auf Kerben von früheren Montageversuchen.
Das Ventilloch muss sauber und frei von scharfen Kanten sein.
Leg den Reifen so hin, dass der Pfeil auf der Flanke in Drehrichtung zeigt. Bestreich beide Wülste mit Montagepaste oder Seifenwasser. Dünn auftragen, nicht triefen lassen.
Drück eine Reifenseite über das Felgenhorn. Beginn am Ventilloch und arbeite dich mit den Händen um die Felge. Das letzte Stück hebst du mit dem Montierhebel herüber. Die Hebelseite muss dabei gegenüber im Tiefbett liegen.
Puder den Schlauch mit Talkum ein und pump ihn so weit auf, dass er gerade seine runde Form annimmt. So kann er sich nicht falten und wird nicht eingeklemmt. Steck das Ventil durch das Felgenloch und schraub die Ventilmutter locker auf. Leg den Schlauch rundum ins Reifeninnere.
Beginn diesmal gegenüber vom Ventil. Drück den Wulst mit den Händen über das Horn und schieb ihn sofort ins Tiefbett. Arbeite dich beidseitig zum Ventil hin vor. Das letzte Stück am Ventil hebst du mit dem Hebel herüber. Greif dabei nur den Wulst, nie tiefer.
Drück das Ventil einmal nach innen und zieh es wieder heraus. Es muss sich frei bewegen und gerade aus dem Felgenloch kommen. Ein schräges Ventil zeigt, dass der Schlauch verdreht oder eingeklemmt ist. Dann Luft ablassen und die Reifenseite noch einmal lösen.
Dreh den Ventilkern mit dem Ventileindreher ein, aber nicht mit Gewalt. Pump den Reifen auf, bis der Wulst hörbar auf die Schulter springt. Kontrollier die Zentrierlinie auf der Reifenflanke: Sie muss rundum gleichmäßig zum Felgenhorn laufen. Dann Luft ablassen, damit sich der Schlauch entspannt, und auf den Druck laut Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs aufpumpen.
Pump einen Reifen nie über den auf der Flanke angegebenen Maximaldruck, um den Wulst auf die Schulter zu bringen. Wenn der Wulst nicht springt, sitzt er trocken oder verdreht. Luft ablassen, nachschmieren, neu versuchen.
Das Ventil steht nach der Montage gerade, die Ventilmutter ziehst du nur handfest an. Manche Fahrer lassen die Mutter ganz weg oder drehen sie nur bis zur Felge: Wandert der Reifen bei starkem Bremsen auf der Felge, kann sich der Schlauch mitdrehen. Ein gerades Ventil, das sich langsam schräg stellt, ist das Warnsignal. Ein festgezogenes Ventil reißt in diesem Fall ab.
Auswuchten ist beim Mofa und Moped optional. Bei Geschwindigkeiten unter 50 km/h merkst du eine Unwucht selten. Bei Kleinkrafträdern und Motorrädern mit höherer Endgeschwindigkeit lohnt sich ein einfacher Test: Rad auf die Achse stecken, frei drehen und ausrollen lassen. Bleibt es immer an derselben Stelle stehen, ist dort die schwere Seite unten. Ein Klebegewicht gegenüber gleicht das aus.
Nach dem Einbau ziehst du die Achsmutter mit dem Wert laut Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs an. Wie du ein Anzugsmoment richtig liest und was eine Verlängerung am Schlüssel bewirkt, erklärt der Beitrag Anzugsmoment verstehen.
| Symptom | Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Schlauch platt nach dem Aufpumpen | Mit dem Hebel eingeklemmt | Schlauch leicht vorpumpen, Hebel nur am Wulst ansetzen |
| Ventil steht schräg | Schlauch verdreht eingelegt | Luft ablassen, Ventil zentrieren, neu aufpumpen |
| Reifen eiert | Wulst sitzt nicht rundum auf der Schulter | Nachschmieren, Zentrierlinie kontrollieren |
| Hebel rutscht ab | Wulst gegenüber nicht im Tiefbett | Gegenseite mit Knie oder Helfer tief drücken |
| Loch am Ventilfuß | Ventilmutter zu fest, Reifen gewandert | Mutter nur handfest, Reifendruck prüfen |
Welches Werkzeug du für die übrigen Arbeiten am Fahrwerk deines Modells brauchst, zeigt dir der Werkzeugfinder. Mit dem Grundausstattungs-Rechner stellst du dir die Werkstatt für dein Fahrzeug zusammen.
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Reifenmontierhebel aus Stahl mit rotem Kunststoffgriff
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Ventilkern ein- und ausdrehen an allen gängigen Reifenventilen
Datenblatt ansehen →Besser nicht. Schraubendreher haben scharfe Kanten und ein kleines Blatt. Sie beschädigen den Schlauch und kerben das Felgenhorn. Ein Montierhebel hat eine breite, abgerundete Spitze und liegt sicher am Wulst an.
Fast immer sitzt der Wulst auf der gegenüberliegenden Seite nicht im Tiefbett. Drück ihn dort tief in die Felgenmitte, dann bekommt der Wulst an der Hebelseite genug Spiel.
Nicht zwingend, aber sinnvoll. Ein alter Schlauch ist am Ventilfuß oft porös. Ein neuer Schlauch kostet wenig Zeit und erspart dir eine zweite Montage.
Nur handfest. Sie soll das Ventil beim Aufpumpen halten, nicht klemmen. Ein fest angezogenes Ventil reißt ab, wenn der Reifen auf der Felge wandert.
Der richtige Druck steht im Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs oder auf einem Aufkleber am Rahmen. Der Wert auf der Reifenflanke ist ein Maximalwert, kein Sollwert.