
Ritzel-Anhaltewerkzeug 415 Kreidler
Für 415er Ketten an Kreidler Florett und Flory
Datenblatt ansehen →Anleitung · ritzel wechseln
Das Ritzel ist das kleinste und am stärksten belastete Zahnrad im Antrieb. Es dreht sich pro Kilometer am häufigsten, und es sitzt dort, wo Öl, Dreck und Kettenzug zusammenkommen. Ein abgenutztes Ritzel frisst die Kette, und eine gelängte Kette frisst das nächste Ritzel. Wer die Übersetzung ändern will, kommt am Ritzel ebenfalls nicht vorbei.
Hier liest du, wie du 415er und 420er Ketten unterscheidest, wie du die Ritzelmutter ohne Tricks löst, was bei Sachs-Motoren mit dem Konus anders ist und wie du am Ende Kettenflucht und Spannung prüfst.
Die Teilung, also der Abstand von Bolzenmitte zu Bolzenmitte, ist bei beiden Ketten gleich: ein halbes Zoll, 12,7 mm. Der Unterschied liegt in der Innenbreite zwischen den Innenlaschen. Die 415er Kette ist schmaler, die 420er breiter. Ritzel und Kettenrad haben entsprechend verschiedene Zahnbreiten. Ein 420er Ritzel läuft in einer 415er Kette nicht, und ein 415er Ritzel läuft in einer 420er Kette mit Spiel und schräg.
| Kette | Fahrzeuge | Anhaltewerkzeug |
|---|---|---|
| 415 | Kreidler Florett, Flory | Ritzel-Anhaltewerkzeug 415 Kreidler |
| 420 | Zündapp KS 50, KS 80, K 80, SX 80, Kreidler Florett RS, Hercules Ultra | Ritzel-Anhaltewerkzeug 420 KS 50 / RS / Ultra |
| 420 | Zündapp KS 125, KS 175 | Ritzel-Anhaltewerkzeug 420 Zündapp KS |
Die Bezeichnung findest du auf den Außenlaschen der Kette eingeprägt. Fehlt sie, misst du die Innenbreite mit dem Messschieber und vergleichst sie mit einer neuen Kette. Ritzel und Kettenrad tragen die Teilung selten, dort hilft nur der Vergleich mit der Kette.
Die Sekundärübersetzung ist das Verhältnis aus Zähnen am Kettenrad zu Zähnen am Ritzel. Ein Ritzel mit weniger Zähnen macht die Übersetzung kürzer: mehr Zug am Berg, schnellere Beschleunigung, geringere Endgeschwindigkeit bei gleicher Drehzahl. Ein Ritzel mit mehr Zähnen macht sie länger: weniger Zug, höhere Geschwindigkeit bei gleicher Drehzahl, aber nur, wenn der Motor die Leistung dafür hat.
Am Ritzel wirkt jeder Zahn stärker als am Kettenrad, weil das Ritzel klein ist. Ein Zahn mehr oder weniger am Ritzel entspricht grob drei bis vier Zähnen am Kettenrad. Deshalb ist das Ritzel der einfachere Weg, die Übersetzung anzupassen. Beachte dabei zwei Dinge: Die Kettenlänge muss zur neuen Kombination passen, und ein größeres Ritzel braucht Platz im Ritzelgehäuse. Eine Änderung der Übersetzung kann außerdem die Betriebserlaubnis deines Fahrzeugs berühren. Prüfe das, bevor du umbaust.
Die Ritzelmutter sitzt fest, und das Ritzel dreht sich beim Lösen mit. Die üblichen Tricks sind ein Schraubendreher zwischen Kette und Ritzel, ein eingelegter Gang mit gezogener Hinterradbremse oder ein Lappen im Kettenrad. Alle drei leiten die Kraft über Getriebe, Kette oder Kettenrad ein. Der Schraubendreher zwischen Kette und Ritzel beschädigt Zähne und Kettenlaschen, der eingelegte Gang belastet die Getriebezahnräder mit dem vollen Lösemoment.
Das Anhaltewerkzeug greift direkt in die Zähne des Ritzels und stützt sich am Gehäuse oder an der Schwinge ab. Die Kraft geht vom Schlüssel über das Ritzel in das Werkzeug, nichts davon in das Getriebe. Du hast beide Hände frei, eine für den Schlüssel, eine für das Werkzeug. Für 415er und 420er Ketten gibt es je eine passende Ausführung, weil die Zahnbreite verschieden ist.
Prüfe im Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs, ob die Ritzelmutter ein Rechts- oder ein Linksgewinde hat. Manche Hersteller sichern die Mutter gegen die Drehrichtung des Ritzels mit einem Linksgewinde. Wer dann im falschen Sinn dreht, zieht die Mutter fester, bis das Gewinde reißt. Eine Übersicht der Gewindearten findest du in der Gewindetabelle.
Deckel oder Ritzelschutz abschrauben und die Kette am Ritzel freilegen. Schmutz und alte Kettenfettreste rund um das Ritzel entfernen, damit nichts in das Gehäuse fällt.
Ist die Mutter mit einem Sicherungsblech gesichert, biegst du die umgelegte Lasche mit einem Meißel oder einer Zange auf. Nie mit dem Schraubendreher hebeln, das rutscht ab und beschädigt das Gehäuse.
Das Werkzeug so in die Ritzelzähne setzen, dass es sich beim Lösen am Gehäuse oder an der Schwinge abstützt. Prüfe, dass es satt in den Zähnen sitzt und nicht abkippen kann.
Schlüssel auf die Mutter und in der Richtung laut Handbuch lösen. Ein Ringschlüssel oder eine Nuss sitzt sicherer als ein Maulschlüssel. Die Mutter und das Sicherungsblech beiseite legen.
Hinterrad nach vorn schieben, damit die Kette Spiel hat, und die Kette vom Ritzel nehmen. Bei einer Kette mit Kettenschloss geht es auch über das Schloss.
Sitzt das Ritzel auf einer Verzahnung, ziehst du es von Hand oder mit leichtem Hebeln an zwei gegenüberliegenden Punkten ab. Sitzt es auf einem Konus, brauchst du den Abzieher aus dem nächsten Abschnitt.
Welle reinigen, neues Ritzel mit der Beschriftung in derselben Richtung aufsetzen wie das alte. Neues Sicherungsblech, Mutter mit Drehmoment laut Werkstatthandbuch anziehen. Der Drehmomentrechner hilft beim Umrechnen. Lasche des Sicherungsblechs umlegen.
Ein Sicherungsblech wird nur einmal verwendet. Eine zweimal umgebogene Lasche bricht im Betrieb ab. Löst sich dann die Mutter, wandert das Ritzel auf der Welle und die Kette springt ab.
Bei vielen Sachs-Motoren sitzt das Ritzel nicht auf einer Verzahnung, sondern auf einem Konus der Abtriebswelle. Wie beim Polrad hält es durch Reibschluss, und die Mutter presst es auf den Kegel. Ein Ritzel auf dem Konus lässt sich nicht abhebeln. Der Hebel greift am Rand, das Ritzel kippt und verkantet, und die Welle wird verbogen.
Die Ritzelabzieher-Vorrichtung Sachs 50 passt an Hercules K 50, Sachs S und GS 75 und andere Motoren mit Sachs-50-Triebwerk. Sie stützt sich am Ritzel ab und drückt mit einer Spindel zentrisch auf die Welle, genau wie ein Polradabzieher. Für Hercules K 125 BW, GS, MC, K 125 T und andere mit Sachs-125-Motor gibt es die Ritzelabzieher-Vorrichtung Sachs 125. Sie hat eine Besonderheit: Hinter dem Ritzel sitzt der Tachoantrieb. Die Vorrichtung ist so gebaut, dass die Kraft nicht auf den Tachoantrieb geht, sondern nur auf Ritzel und Welle.
Nach dem Abziehen reinigst du Konus und Ritzelnabe trocken und fettfrei. Der Konus überträgt das Drehmoment nur, wenn beide Flächen sauber anliegen. Beim Einbau ziehst du die Mutter mit dem Wert laut Handbuch an. Der Werkzeugfinder zeigt dir, welche Vorrichtung zu deinem Sachs-Motor gehört.
Ritzel und Kettenrad müssen in einer Ebene laufen. Leg ein langes Lineal oder eine gerade Latte seitlich an das Kettenrad und schau, ob sie parallel zum Ritzel steht. Alternativ visierst du von hinten über das Kettenrad zum Ritzel. Ein Versatz zeigt sich daran, dass die Kette auf einer Seite der Zähne blank läuft und die Laschen einseitig abgenutzt sind.
Ein Versatz kommt oft von einem verkehrt herum montierten Ritzel, einer fehlenden Distanzscheibe oder einer ungleich eingestellten Hinterachse. Die Kettenspanner an der Schwinge müssen auf beiden Seiten gleich stehen. Die Markierungen an der Schwinge sind eine Hilfe, aber nicht immer genau. Miss im Zweifel von der Schwingenachse zur Radachse auf beiden Seiten.
Die Kettenspannung stellst du mit dem Durchhang laut Werkstatthandbuch ein. Gemessen wird in der Mitte des unteren Kettentrums, bei belastetem Fahrzeug oder so, wie es das Handbuch vorgibt. Eine zu straffe Kette belastet die Lager von Ritzelwelle und Radnabe, eine zu lose schlägt und springt über.
Dreh das Hinterrad nach dem Spannen einmal ganz durch und miss den Durchhang an mehreren Stellen. Eine gelängte Kette hat straffe und lose Abschnitte. Der straffste Punkt bestimmt die Einstellung.
Ein verschlissenes Ritzel hat Zähne, die auf einer Flanke abgeflacht und zur anderen Seite spitz ausgezogen sind, die sogenannten Haifischzähne. Eine gelängte Kette lässt sich am Kettenrad an der hinteren Seite ein Stück von den Zähnen abheben. Beides zusammen zeigt, dass der ganze Satz fällig ist.
Ritzel, Kette und Kettenrad laufen sich aufeinander ein. Ein neues Ritzel in einer gelängten Kette ist nach kurzer Zeit wieder hin, weil die Kette nicht mehr auf die Zahnteilung passt. Wechsle deshalb immer alle drei zusammen, es sei denn, die anderen Teile sind nachweislich neu. Die passenden Schlüsselweiten für Ritzelmutter und Achsmutter findest du in der Tabelle der Schlüsselweiten.
Aus dem Sortiment

Für 415er Ketten an Kreidler Florett und Flory
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Für 420er Ketten an Zündapp KS 50, KS 80, K 80, SX 80, Kreidler Florett RS, Hercules Ultra
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Blockiert das Kettenritzel für die Ritzelmutter, beide Hände frei
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Für Hercules K 125 BW, GS, MC, K 125 T und andere mit Sachs-125-Motor; schützt den Tachoantrieb
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Für Hercules K 50, Sachs S und GS 75 sowie andere Sachs-Motoren; mit Anleitung
Datenblatt ansehen →Die Bezeichnung ist meist in die Außenlaschen geprägt. Die Teilung ist bei beiden 12,7 mm, der Unterschied liegt in der Innenbreite. Kreidler Florett und Flory fahren 415, Zündapp KS, Kreidler RS und Hercules Ultra fahren 420.
Das ist je nach Motor verschieden. Manche Hersteller sichern die Mutter gegen die Drehrichtung mit einem Linksgewinde. Prüfe die Drehrichtung im Werkstatthandbuch deines Fahrzeugs, bevor du Kraft ansetzt.
Möglich, aber das volle Lösemoment geht dabei über die Getriebezahnräder. Ein Anhaltewerkzeug blockiert das Ritzel direkt und hält das Getriebe frei von Belastung.
Bei vielen Sachs-Motoren sitzt das Ritzel auf einem Konus und hält durch Reibschluss. Abhebeln verbiegt die Welle. Die Abziehvorrichtung drückt zentrisch auf die Welle und schützt beim Sachs 125 zusätzlich den Tachoantrieb.
Ein Zahn mehr macht die Übersetzung länger: höhere Geschwindigkeit bei gleicher Drehzahl, weniger Zug. Ein Zahn weniger macht sie kürzer. Am Ritzel wirkt ein Zahn grob wie drei bis vier Zähne am Kettenrad.
In der Regel ja. Die Teile laufen sich aufeinander ein. Ein neues Ritzel in einer gelängten Kette verschleißt schnell wieder.