
Zentrier- und Einstellring 79,8 mm
Aluminium-Ring für Bosch-Zündanlagen: Spulen ohne Polrad ausrichten
Datenblatt ansehen →Anleitung · zündspule einstellen
Schwacher Funke, flackerndes Licht, ein Polrad, das an den Polschuhen schleift: Alle drei Fehler haben oft dieselbe Ursache, einen falschen Luftspalt zwischen Spule und Polrad. Bei der Bosch-Schwungmagnetzündung an Zündapp, Kreidler, Hercules und Puch sitzen Zündspule und Lichtspule auf einer Grundplatte und werden mit Langlöchern zum Polrad ausgerichtet.
Dieser Ratgeber erklärt, wie die Anlage arbeitet, warum der Luftspalt so wichtig ist, woran du einen falschen Spalt erkennst und wie du die Spulen mit Zentrierring und Fühlerlehre sauber einstellst, auch ohne montiertes Polrad.
Im Polrad sitzen Dauermagnete. Sie laufen dicht an den Polschuhen der Spulen vorbei, die auf der Grundplatte am Motorgehäuse befestigt sind. Jede Spule hat einen Eisenkern, den Anker, mit Polschuhen an beiden Enden. Wandert ein Magnetpol über den Polschuh, ändert sich das Magnetfeld im Kern und induziert in der Wicklung eine Spannung.
Die Zündspule versorgt über den Unterbrecher die Zündkerze. Die Lichtspule versorgt Scheinwerfer, Rücklicht und je nach Anlage die Hupe. Beide arbeiten nach demselben Prinzip und haben denselben Schwachpunkt: den Luftspalt zwischen Polschuh und Polrad. Er ist der einzige Teil des Magnetkreises, der nicht aus Eisen besteht, und er bremst den magnetischen Fluss am stärksten.
Der magnetische Widerstand eines Luftspalts wächst mit seiner Länge. Ein Spalt, der doppelt so groß ist wie vorgesehen, lässt deutlich weniger Fluss durch den Anker. Weniger Fluss bedeutet weniger Spannung in der Wicklung. Die Zündspule liefert dann einen schwachen Funken, besonders bei niedriger Drehzahl, wenn sich das Feld langsam ändert. Die Lichtspule bringt zu wenig Leistung für die Lampen.
Ein zu kleiner Spalt ist ebenso schädlich. Die Kurbelwelle hat Lagerspiel, das Polrad hat einen kleinen Rundlauffehler, und im Betrieb dehnt sich alles aus. Bei einem Spalt nahe null berührt das Polrad die Polschuhe. Das erkennst du an blanken Schleifspuren auf den Polschuhen und an einem Kratzgeräusch beim Durchdrehen.
Bosch gibt für den Abstand zwischen Anker und Polschuh mindestens 0,25 bis 0,35 mm an. In der Werkstatt hat sich für Hercules, Zündapp und Kreidler das Blatt 0,40 mm als Einstellmaß etabliert. Damit liegst du sicher über dem Mindestwert und hast Reserve für Lagerspiel und Wärme.
| Symptom | Mögliche Ursache | Prüfung |
|---|---|---|
| Funke schwach, Motor springt schlecht an | Luftspalt Zündspule zu groß | Spalt mit 0,40-mm-Blatt messen, Kontaktabstand prüfen |
| Licht schwach, wird bei Drehzahl kaum heller | Luftspalt Lichtspule zu groß | Spalt an der Lichtspule messen |
| Kratzgeräusch beim Durchdrehen | Spalt zu klein, Polrad schleift | Polschuhe auf Schleifspuren prüfen |
| Funke setzt bei warmem Motor aus | Spalt an der Grenze, Ausdehnung schließt ihn | Spalt neu einstellen, Lagerspiel prüfen |
| Zündzeitpunkt nicht einstellbar | Grundplatte verdreht oder Spule verrutscht | Grundplatte zentrieren, Spulen neu ausrichten |
Nicht jeder schwache Funke kommt vom Luftspalt. Ein verbrannter Unterbrecherkontakt, ein defekter Kondensator oder ein Wackelkontakt im Kerzenstecker zeigen dasselbe Bild. Prüfe den Spalt zuerst, weil er am schnellsten zu messen ist, und arbeite dann die anderen Punkte ab.
Mit montiertem Polrad kommst du an die Spulen nur durch die Aussparungen im Polrad. Das reicht zum Messen, aber zum Verschieben der Spulen ist es zu eng. Für die Einstellung nimmst du das Polrad ab und setzt den Zentrier- und Einstellring 79,8 mm ein. Der Aluminium-Ring hat die Funktion des Polrads: Er gibt den Innendurchmesser vor, an dem die Polschuhe ausgerichtet werden.
Der Ring liegt an den Polschuhen an, dazwischen kommt das 0,40-mm-Blatt. Du drückst jede Spule mit dem Blatt gegen den Ring, ziehst die Schrauben an und nimmst das Blatt heraus. Danach stehen alle Polschuhe auf demselben Kreis, konzentrisch zur Kurbelwelle. Setzt du dann das Polrad auf, hat es rundum denselben Abstand zu den Polschuhen.
Warum Aluminium? Es ist nicht magnetisch. Ein Stahlring würde von den Polschuhen angezogen und ließe sich nicht sauber positionieren. Beim Aluminium-Ring liegen die Spulen ohne Kraft an, und nur das Blatt bestimmt den Spalt. Wie du das Polrad dafür abnimmst, steht im Ratgeber Polrad abziehen.
Zündkerze heraus, Polradmutter lösen und das Polrad mit dem Polradabzieher M22 / M26 abziehen. Scheibenfeder sichern. Stellung von Grundplatte und Gehäuse vorher markieren.
Die Grundplatte muss fest und plan im Gehäuse sitzen. Prüfe die Schrauben und die Markierung. Eine Grundplatte, die sich beim Anziehen der Polradmutter mitdreht, verstellt den Zündzeitpunkt.
Polschuhe mit Bremsenreiniger säubern. Rost und Schmutz auf den Polschuhen wirken wie ein zusätzlicher Luftspalt. Leichte Rostspuren mit feinem Schleifvlies abnehmen, nicht mit der Feile.
Die Schrauben in den Langlöchern der Spulen nur so weit lösen, dass sich die Spule mit leichtem Druck schieben lässt. Ganz lose Spulen kippen beim Anziehen.
Ring an die Polschuhe anlegen. Er muss konzentrisch zur Kurbelwelle sitzen und darf nicht kippen. Prüfe rundum, ob er überall gleichmäßig anliegt.
Das 0,40-mm-Blatt zwischen Polschuh und Ring schieben, Spule mit dem Blatt an den Ring drücken, Schrauben anziehen. Blatt herausziehen. Es muss saugend gehen. An jedem Polschuh wiederholen.
Ring abnehmen, Polrad auf den Konus, Mutter mit Drehmoment laut Werkstatthandbuch anziehen. Kurbelwelle durchdrehen und auf Schleifgeräusche hören. Durch die Aussparungen mit dem Blatt gegenprüfen.
Nach dem Einstellen prüfst du den Zündzeitpunkt. Die Spulen zu verschieben ändert ihn nicht direkt, aber beim Lösen der Grundplatte oder beim Anziehen der Polradmutter kann sich etwas verstellt haben. Mit der Prüflampe 6 bis 24 Volt findest du den Öffnungspunkt des Unterbrechers, die Gradscheibe zeigt den Winkel. Den Ablauf beschreibt Zündzeitpunkt einstellen mit Gradscheibe.
Dann folgt der Probelauf. Der Motor muss beim ersten oder zweiten Tritt anspringen, und das Licht muss bei Leerlauf leuchten und mit der Drehzahl heller werden. Ein Funke, der bei kaltem Motor kräftig ist und bei warmem Motor aussetzt, deutet auf einen Spalt an der unteren Grenze. Dann stellst du auf das volle Maß nach.
Fotografier die Grundplatte, bevor du Spulen löst. Kabelführung, Lage der Kondensatoren und Stellung der Langlöcher sind hinterher nicht mehr eindeutig. Ein Foto spart die Suche im Handbuch.
Die Grundplatte trägt Spulen, Unterbrecher und Kondensator. Ihre Stellung im Gehäuse legt den Zündzeitpunkt fest. Die Langlöcher an den Befestigungsschrauben erlauben einige Grad Verdrehung. Dreht man die Platte gegen die Laufrichtung des Polrads, wird die Zündung früher, in Laufrichtung später.
Die Spulen selbst haben ebenfalls Langlöcher. Sie dienen nur der radialen Ausrichtung zum Polrad und verändern den Zündzeitpunkt nicht. Verwechsle die beiden nicht: Für den Luftspalt bewegst du die Spulen auf der Grundplatte, für den Zündzeitpunkt die Grundplatte im Gehäuse.
Die Polschuhe der Spulen sind aus geschichtetem Blech. Schlag nie mit dem Hammer auf die Spule, um sie zu verschieben, und feile die Polschuhe nicht ab. Verbogene Bleche vergrößern den Spalt und bilden Wirbelströme, die die Spule aufheizen.
Aus dem Sortiment

Aluminium-Ring für Bosch-Zündanlagen: Spulen ohne Polrad ausrichten
Datenblatt ansehen →
Einzelblatt für Unterbrecherabstand und Luftspalt an Zünd- und Lichtspulen
Datenblatt ansehen →
Für Bosch- und Ducati-Zündungen an Zündapp, Hercules, Kreidler, Puch, KTM, DKW, Rixe, Sachs
Datenblatt ansehen →
Prüfspitze und Masseklemme, für Unterbrecher-Öffnungspunkt und Elektrik
Datenblatt ansehen →Bosch gibt für den Abstand zwischen Anker und Polschuh mindestens 0,25 bis 0,35 mm an. An Hercules, Zündapp und Kreidler wird in der Praxis mit dem 0,40-mm-Blatt eingestellt. Den Wert für dein Fahrzeug findest du im Werkstatthandbuch.
Messen geht durch die Aussparungen. Zum Verschieben der Spulen ist es zu eng, und du siehst nicht, ob die Spule kippt. Sauberer ist es mit abgezogenem Polrad und Zentrierring.
Er ersetzt das Polrad beim Einstellen. Die Spulen werden mit dem 0,40-mm-Blatt am Ring ausgerichtet und stehen danach konzentrisch zur Kurbelwelle. Er ist aus Aluminium, damit die Polschuhe ihn nicht magnetisch anziehen.
Nein. Die Spulen bewegen sich nur radial auf der Grundplatte. Der Zündzeitpunkt hängt von der Stellung der Grundplatte im Gehäuse und vom Kontaktabstand ab.
Zündspule und Lichtspule haben getrennte Luftspalte. Der Spalt an der Lichtspule kann zu groß sein, während die Zündspule richtig steht. Miss beide getrennt.